RIESER ROUNDUP 2005

 

Prächtige Sättel und Zaumzeuge unserer Vorfahren:

DIE MEROWINGER

20 Jahre Kunsthandwerkerhof

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Das diesjährige Plakat zum RIESER ROUNDUP 2005

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N a c h l e s e

Wie in jedem Jahr luden Christoph Rieser und seine Mitarbeiter am letzten Samstag im August zum bekannten RIESER ROUNDUP im Kunsthandwerkerhof in Obersteinebach ein. Doch dieses Jahr wurde die Hausveranstaltung auf zwei Tage ausgedehnt und stand unter einem besonderen kulturellen Motto: Unsere Vorfahren – Die Merowinger

Um 10.00 Uhr öffnete die Sonderausstellung „Schmuck unserer Vorfahren aus der Merowingerzeit“ und die zahlreichen Besucher nutzten nicht nur die Möglichkeit die Verkaufsräume und die Ausstellung der in der Goldschmiede gefertigten Schmuckrepliken zu besichtigen, sondern zeigten sehr großes Interesse an der Herstellung der Sättel, so dass die ab 10.00 Uhr stattfindenden Führungen durch die Sattlerei gut besucht waren. Hier wurden die Arbeitsschritte bei der Entstehung eines RIESER Sattels von der Auswahl des geeigneten Leders bis zur Fertigstellung des Sattels erklärt und demonstriert. Der Andrang war so groß, dass die Sattlereibesichtigungen bis zum späten Nachmittag in halbstündigen Abständen durchgeführt wurden.

Ab 11.00 Uhr wurde das Merowinger Zeltlager mit Vorführungen von Handwerk und Ausrüstung eröffnet. Authentisch gewandete Mitglieder der Reenactmentgruppe Gruppe „Ulfhednar“ führten unter anderem Schaukämpfe und Ausrüstung vor.

Ebenfalls um 11.00 Uhr stellte Christoph Rieser seine neue Sattellinie RIESER Sattel 3D, welche auf dem 2003 vorgestellten RIESER 3D Equiscan System basiert, vor: Die zahlreichen interessierten Zuschauer wurden durch eine von Christoph Rieser moderierte Beamer-Präsentation des Konzeptes gefesselt. Während der Präsentation erklärte Christoph Rieser den Zuhörern, warum das Digitalisieren eines Pferderückens nicht mehr als Grundlage für den Maßsattelbau verwandt wird. Aufschlussreich erläuterte er, dass mehrere digitale Aufnahme des Pferderückens gemacht und dann vermittelt wurden. Testreihen ergaben, dass diese Daten identisch mit den Daten des digitalisierten Messgerippes sind. Daraus resultiert die ausschließliche Verwendung des digitalisieren Messgerippes für den Bau des Sattels für Pferd und Reiter nach Maß. Der Aufgrund der daraus berechneten Daten fräßt eine CNC-Fräse vollautomatisch den optimalen Sattelbaum. Auch dies wurde eindrucksvoll demonstriert, und die Besucher schauten fasziniert zu, wie die Fräse Schicht für Schicht des verleimten Holzblocks abtrug.

Vor einem stärkenden Mittagessen nutzen viele Besucher die Führung um 12.30 Uhr durch die Schmuckausstellung und Goldschmiede um sich einen tieferen Einblick in die Arbeiten des Kunsthandwerkerhofes zu verschaffen. Staunende Besucher flanierten an den Ausstellungsvitrinen mit dem liebevoll gearbeiteten Schmuck der Merowinger vorbei. Ein weiteres Highlight stellte die Rekonstruktion des Grabhügels des Frankenkönigs Childerich I. dar. Etliche geschichtlich Interessierte nutzten die Chance, mehr über die Zeit des 5.-7. Jahrhunderts zu erfahren. Großen Anklang fand auch die Perlenausstellung mit authentisch hergestellten Glasperlen aus der Zeit der Merowinger. Man fühlte sich in der Zeit zurückversetzt als viele Besucher sich ihre ganz persönliche Kette aus den Einzelperlen zusammenstellten und Ihrer Kreativität freien Lauf ließen. Maria Sabine Schmidt präsentierte in den Ausstellungsräumen des Kunsthandwerkerhofes das alte Handwerk des Horse-Hair-Hitching und stand jedem geneigten Zuschauer für Fragen zur Technik zur Verfügung.

Der absolute Publikumsmagnet sollte jedoch um 14.00 Uhr seine anziehende Wirkung entfalten: Das Reitzeug unserer Ahnen – prächtige Sättel und Zaumzeuge wurden authentisch auf dem Pferd präsentiert. Christoph Rieser ließ es sich nicht nehmen, persönlich in authentische Gewandung zu schlüpfen und den doch recht ungewöhnlichen Sattel des Jahres 2005, den Rekonstruktionsversuch eines Sattels der Merowingerzeit, „in voller Rüstung“ auf dem Pferd zu präsentieren. Arian Ziliox von der Gruppe „Ulfhednar“ (frei übersetzt: Wolfshäuter“) rückt während der Vorführung die Merowinger ins rechte geschichtliche Licht und gab interessante Details zu einzelnen Grabfunden preis. Auch dabei wurde bewiesen, dass die Gruppe „Ulfhednar“ sich mehr als intensiv mit dem Thema der Merowinger beschäftigt und eine fundiert und professionelle Vorstellung zum Besten gab. Den geschichtlichen Hintergründen folgte ein Schaukampf der die Kampftechniken der merowingischen Fußtruppen eindrucks- und geräuschvoll wiedergab. Dass noch beeindruckte Publikum fesselte Christoph Rieser nach einer kleiner Verschnaufpause mit der Vorführung seiner RIESER Quarter Horses. Der Horseman präsentierte die Hengste mit der entsprechenden Nachzucht an der Hand und unter dem Sattel.

Viele interessierte Kunden und Freunde des Hauses nutzten im weiteren Verlauf des Tages die Möglichkeit, an einer Sattlereiführung teilzunehmen oder die großzügige Ausstellung der Schmuckstücke zu bewundern. In den Abendstunden fand der Samstag seinen Ausklang bei rockigen Tönen der Gruppe „Lewinsky“ im Innenhof des Kunsthandwerkerhofes.

Christoph Rieser und sein Team entführten an diesem Wochenende die Besucher in die Zeit unserer Vorfahren, der Merowinger und zeigte einmal mehr, dass höchste Präzision, Technik und Know-how bestens zur handwerklichen Tradition des Goldschmieds, Sattlers und passionierten Horseman passen. Nicht nur Christoph Rieser als erfolgreicher Reiter und seine Frau Karin als Züchterin hervorragender Quarter Horses, auch seine Mitarbeiter als aktive Reiter und Pferdebesitzer haben einen besonderen Bezug zu ihrer Arbeit und bringen durch ihr Fachwissen und die Liebe zum Detail ihren Beitrag zur Qualität der Rieser Sättel. Davon konnten sich die zahlreichen Gäste überzeugen, deren Fragen gerne beantwortet wurden.

Diese Zeitreise der besonderen Art kann mit Fug und Recht als besonderes kulturelles Ereignis bezeichnet werden und wir sind bereits gespannt auf das nächste Jahr, wenn Christoph Rieser am letzten Augustwochenende zum ROUNDUP einlädt.

M.Halbach

 

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