Der Sattel im Gebrauch


Ein neuer Sattel kann auf dem Pferd völlig unpassend aussehen

Da bei Sätteln aus der Sattlerei Rieser darauf geachtet wird, dass speziell Schulter- und Lendenwirbelbereich optimale Freiheit haben, kann beim ersten Satteln das optische Bild sehr täuschen. Der Abstand zwischen hinterem Skirtrand und dem Pferderücken kann auf das Erste irritieren und den Eindruck erwecken, dass der Sattel nicht passt, weil er hinten hoch steht. Dieser Abstand ist dennoch dringend erforderlich, damit der hintere Skirt-Rand unter dem Reitergewicht nicht als Scheuer- oder Druckstelle auf das Pferd einwirkt. Neue, weiche Sattelunterlagen verfälschen beim Angurten zusätzlich die „passende“ Optik. Der Sattel wird im vorderen Bereich nach unten gezogen und „steht hinten hoch“. Wie Sie auf dem linken Foto sehen, ist dies hier auch der Fall. Auf dem rechten Foto, unter Reitergewicht, sieht die Sattlung passend aus. Ein Sattel mit engem, geschlossen anliegendem Skirt mag zwar auf den ersten Blick passender erscheinen, verursacht jedoch unter Reitergewicht Druckprobleme beim Pferd.

Ein neuer Sattel sollte mindestens 15-20 mal auf dem Pferd geritten werden. Erst nach dieser Zeit hat sich der Sattel, insbesondere die Lederteile der Skirts, dem individuellen Bewegungsablauf des Pferdes angepasst. Das Schaffell unter den Skirts und das eventuell neue Pad haben sich dann ebenfalls etwas gesetzt.
Bei weichen Kodel-Pads mit oder ohne Inlay liegt der Sattel am Anfang der Benutzung „schwammiger“ auf dem Pferderücken. Bei Filz-Pads liegt der Sattel „satter“ und ruhiger auf dem Pferd. Es ist völlig normal, dass ein Sattel beim Longieren ohne Reiter hinten „wippt“. Ein gebrauchter Sattel, vorausgesetzt er passt dem Pferd, liegt immer „besser“ auf dem Pferd und ist für den Reiter sofort angenehmer als ein neuer Sattel.

Nur zur Demonstartion liegt hier der Sattel ohne Pad auf dem Pferd. Deutlich ist der hinten nach oben ausgestellte Skirt und die Wirbelsäulenfreiheit zu erkennen.

 

Sattel mit neuem Kodel-Pad und Navajo-Decke im gegurteten Zustand. Deutlich ist zu sehen wie der Sattel durch das Angurten und die weiche Unterlage vorne „abtaucht“ und hinten „hoch steht“. Diese Optik verfälscht die tatsächliche, korrekte Passform des Sattels

Bedenken Sie, dass der Pferderücken nichts Statisches ist!

Das Pferd bewegt sich unter dem Sattel und der Sattel bewegt sich auf dem Pferd. Hinzu kommen die Einwirkungen des Reiters auf den Sattel und auf das Pferd.

Jeder Reiter sollte bemüht sein, sich und sein Pferd zum Wohle des Tieres stets fortzubilden.

Bei der linken Aufnahme senkt das Pferd Kopf und Hals ab. Der Rücken wölbt sich auf und der Sattel wird im hinteren Bereich noch stärker angehoben. Unter Reitergewicht wird sich die Position des Sattels vermitteln.

 


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