Maßnehmen am Pferd mit dem Messgerippe nach Christoph Rieser


Die Grundlage eines jeden RIESER Sattels ist immer der Pferderücken. Den Ausgangspunkt für den passenden Sattel bildet immer die jeweilige Anatomie des Pferderückens. Diese wird mit Hilfe des Messgerippe nach Christoph Rieser vermessen. Das Maßnehmen am Pferd kann auf zwei Wegen erfolgen:

1. Sie kommen mit Ihrem Pferd zu uns und wir messen den Pferderücken vor Ort aus. Für die Auswertung machen wir Fotos mit dem angepassten Messgerippe auf Ihrem Pferd. Wir besprechen Ihren Sattel mit Ihnen und machen Sitzproben, Vorschläge zur Ausführung und stellen gemeinsam Ihre reiterlichen Ambitionen und Vorgaben fest.

2. Sollten Sie mit Ihrem Pferd nicht zu uns kommen wollen oder können, so senden wir Ihnen gerne unser Messgerippe zu. Mit Hilfe der nachfolgenden Anleitung können Sie das Messgerippe Ihrem Pferd selbst anpassen.

Vorgehensweise für das richtige Anpassen des Messgerippes

Bevor Sie mit dem Anpassen des Gerippes beginnen, sollte das Pferd auf einer ebenen Fläche in folgende Position gestellt werden:
• Alle vier Beine sollen tragen
• Längsachse des Pferdes nach vorne gerade ausgerichtet
• Kopfhaltung des Pferdes entspannt in natürlicher Höhe
• Hals des Pferdes gerade nach vorne

Bitte prüfen und korrigieren Sie diese Grundposition immer wieder während der Anpassung des Messgerippes.

Die hier gezeigte Haltung des Pferdes ist für uns die „Nullposition“. Von dieser werden dann die Veränderungen in der Bewegung mit einkalkuliert und berücksichtigt. Auch aus diesem Grund sind für uns die Fotos mit dem angepassten Messgerippe auf dem Pferderücken äußerst aufschlussreich. Durch die Fotos wird der Pferderücken aufgerastert und die Länge des Sattels kann so optimal festgelegt werden. Auch der Oberlinienverlauf wird so dargestellt und fließt in die Beurteilung zur Freistellung des Sattelbaumes gegenüber den Bewegungen des Pferdes ein. Bei einem Pferd, welches überbaut ist und im Lendenwirbelbereich eine schräge Winkelung zur Hüfte hat muss zum Beispiel der Sattelbaum im hinteren Bereich stärker „ausgestellt“ werden (vom Pferderücken weg laufen). Ein Pferd mit einem geraden Oberlinienverlauf benötigt zum Beispiel weniger „Freistellung“.
Auch der Schulterbereich kann durch die Fotos in Verbindung mit dem Messgerippe optimal bewertet werden. Liegt eine „verspeckte“ Schulter vor oder zeichnen sich die Schulterblätter deutlich ab oder ist eine Kuhle hinter dem Schulterblatt zu erkennen? Dies sind alles wichtige Beurteilungen, welche bei der Gestaltung des Sattelbaumes mit einer optimalen Passform zu berücksichtigen sind. Der Sattelbaum darf auf keinen Fall formschlüssig auf dem Pferderücken aufliegen. So würde er zwar optimal im Stand passen aber es ist unabdingbar, dass der Sattelbaum gegenüber den Bewegungen des Pferdes frei gestellt wird und er somit in der Dynamik passt. Das Messgerippe ist ein statisches „Abnehmen“ der Rückenform, welches als Ausgangspunkt für die Modulation der Passform dient.

Anpassen der Längsachse

Zuerst wird die Oberlinie bzw. der Wirbelsäulenverlauf vom Widerrist bis in den Lendenwirbelbereich nachgeformt.

Auf dem oberen Foto entspricht das Messgerippe dem Oberlinienverlauf des Pferdes noch nicht: Es liegt hohl
 
Die Längsachse des Gerippes lässt sich leicht verformen, wenn man diese mit beiden Händen faßt und über das Knie biegt. Dies funktioniert in beide Richtungen.
   
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