Besonders wichtige Hinweise zur Sattellage


• Kontrolle der Widerristfreiheit

Vergessen Sie die oft erwähnten 2 bis 3 Finger in der Kammer des Sattels, kontrollieren Sie die wirkliche Widerristfreiheit unter Reitergewicht und der üblichen Sattelunterlage.

Bei keinem Sattel darf beim Reiten Druck auf die Dornfortsätze ausgeübt werden, d. h. Sie müssen also unter der wirklichen Belastung immer mit der flachen Hand locker zwischen Widerrist und Sattel kommen. Bei zu geringer Widerristfreiheit wird oft versucht, mit Pads, die im vorderen Bereich doppelt so dick sind, Abhilfe zu schaffen. Da hierbei die Sattelweite verengt wird, erzeugt man leicht seitliche Quetschungen des Widerristes. Durch das damit verbundene Anheben des Sattels im vorderen Bereich wird zwangsläufig der Druck im Lendenwirbelbereich erhöht.


• Gewelltes bzw. gekraustes Haar in der Sattellage

Dieses Erscheinungsbild sollte nicht überbewertet werden. Es sagt nichts über die Passform eines Sattels aus.

• Haarbruch im Lendenwirbelbereich

Haarbruch beim Sommerfell ist ein deutliches Warnsignal. Hier muss überprüft werden, warum der Scheuereffekt auftritt. Die Haare des Winterfells sind länger, dichter und haben eine andere Struktur. Durch die Bewegung des Pferdes verzahnen sie sich mit der Sattelunterlage und können abbrechen. Auch wenn der Sattel genügend im Lendenwirbelbereich ausgestellt ist, kann das Problem des Haarbruches auftreten. Bei Pferden mit gewölbter Oberlinie wird die Hüftbewegung stärker übertragen und kann ebenfalls bewegungsbedingten Haarbruch zur Folge haben. Dieses Problem ist auch durch einen Maßsattel in einigen Fällen nicht zu beheben. Häufig tritt der Haarbruch auch außerhalb der Sattellage auf.

• Punktuelle Druckstellen

Für punktuelle Druckstellen sind vielfältige Ursachen möglich: Entzündete Talgdrüsen (siehe Foto), Warzen, Haarbalg-Entzündungen, Insektenstiche, Parasiten, entzündete kleinere Verletzungen, Fremdkörper in Satteldecken oder Pads. Im Auflagenbereich des Sattels vorstehende Nägel oder Schrauben können sie ebenfalls verursachen.

• Einseitige Druckstellen

Als mögliche Ursachen müssen in Erwägung gezogen werden: asymmetrische Pferderücken, schiefer Sattel, ungleiche Gurtungspositionen, ungleiche Bügellänge einseitige Belastung durch den Reiter, Pferd mit unterschiedlichem Gangwerk und unterschiedlicher Rückenaktivität, ungleiche Gewichtsverteilung des Gepäcks, einseitige Belastung durch unsachgemäßes Mitführen eines Handpferdes.

   

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